Historische Automaten

Restaurationsbeispiel

Komplett restaurierter Schieß-Automat der Firma Herbert Loeper
(Quelle: PinNin)

Sie haben einen historischen Automaten und suchen jemanden, der sich der Technik oder der kompletten Restauration annimmt? Dann sind Sie bei mir bzw. uns im Fabrikgebäude der Walderastr. 24, 10999 Berlin richtig.

Hier finden Sie verschieden Restaurationsbetriebe unter einem Dach. Neben meinem Handwerksbetrieb, spezialisiert auf elektromechanischer und elektronische Automaten finden Sie auch folgende Gewerke:

  • AMB Dambacher GmbH
    • Seit mehr als 35 Jahren betreiben wir unter der Leitung von Wolfgang Dambacher, Werkzeugmacher und Restaurator im Tischlerhandwerk in Berlin eine Werkstatt für Möbelrestaurierung und Handel mit Antiquitäten des 18. und 19. Jh.
    • Seit 1999 sind wir auch erfolgreich in der Baudenkmalpflege tätig.
  • Henri Lohse
    • Tischlermeister | Restaurator im T. H. | Restaurierung von historischen Möbeln und Bauelementen
  • Thomas Dempwolf
    • Diplom-Restaurator, Restaurator im Metall-/Schmiedehandwerk, Metallbaumeister

Folgend ist die Restauration eines historischen Schieß-Automaten der Firma Herbert Loeper aus dem Jahre 1954 zu sehen. Die komplette Restauration ist in Zusammenarbeit mit der AMB-Dambacher GmbH durchgeführt worden, die die technische Überarbeitung beauftragt hat. Der Restaurationsbetrieb hier im Haus, unter Leitung von Wolfgang Dambacher, ist auf Holz- und diverse Metallarbeiten spezialisiert.

Ein Beispielvideo zu dem Automaten:

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Restaurierung – Schieß-Automat der Firma, Herbert Loeper aus dem Jahr 1954

Die Bilder zeigen beispielhaft Arbeiten die anfallen können. Bei dem Auftrag waren die Vorgaben:

  • eine Dokumentation aller Arbeiten
  • Recherche nach vorhandenen Dokumenten
  • Erhaltung und Konservierung der ursprünglichen Substanz
  • die Überarbeitung der kompletten Elektromechanik
  • eine Wiederherstellung der Funktion des letzten Betriebszustandes

Die Überarbeitung von Teilbereichen wird folgend in Bildern gezeigt.

Zur Erstbegutachtung des Gerätes war nicht klar von wann das Gerät ist, ob es Vergleichsgeräte und eventuell eine Dokumentation gibt. Wie auf den Bildern zu sehen ist das Gehäuse größtenteils übermalt. Es gibt keine Herstellerangaben oder ein Typenschild. In dem Gerät waren viele Einzelteile die darauf hoffen ließen, dass es möglicherweise komplett rekonstruiert und restauriert werden kann.

Der erste Blick in das Innenleben mit den noch vorhandenen Teilen. Vermutlich wurde der Spielautomat längere Zeit feucht eingelagert, da auf der Oberfläche Schimmelansätze waren.

Nach der Dokumentation der Teile und vom Aufbau wurde der Automat Stück für Stück für die Restauration zerlegt. Die elektromechanischen Komponenten sind in meiner Werkstatt verblieben. Das Gehäuse mit Einlegeböden ist in die Restaurierungswerkstatt von Herrn Dambacher gebracht worden. Alle Werkstätten sind über einen Lastenaufzug erreichbar.

Die folgenden Bilder zeigen Teilbereiche der elektromechanischen Komponenten.

Nachdem das Gehäuse professionell restauriert wurde, habe ich es zurück bekommen. An dem Gehäuse wurden fehlende und defekte Stellen restauriert, so dass alle elektromechanischen Komponenten wieder eingebaut werden konnten. Ein Schwerpunkt lag auf der Abnahme der Übermalung und der Rekonstruktion des originalen roten Anstrichs.

Vor der ersten Inbetriebnahme werden nochmal alle vorjustierten Kontakte geprüft. Es wird auch getestet, ob alle elektromechanischen Einheiten freigängig sind. Da bei dem Gerät alle elektrischen Teile direkt am Netz hängen wurde eine Isolationsschutzprüfung durchgeführt. Für Tests wurde einem Trenntransformator benutzt, das nicht alle nach außen geführten metallischen Komponenten geerdet sind. Das Gerät ist nach heutigem Stand der Technik nicht mehr Betriebssicher.

Funktionsbeschreibung

Der Schießautomat ist vermutlich in seiner ursprünglichen Ausführung dunkel, wenn kein Geld eingeworfen wurde. Das rote Licht wurde als separat schaltbare Innenbeleuchtung vermutlich später nachgerüstet. Das Der Geldeinwurf ist für 10 Pfennigstücke geeignet. Beim Einwurf eines zweiten 10 Pfennigstückes, nacheinander, wird es rechts außen durchgeleitet. Es ist ein mechanischer Überlauf.

Die 10 Pfennig starten den Motor unter der Nockenscheibe und schalten die Innenbeleuchtung an. Wenn der Motor läuft, löst er kurz danach mehrere Kontakte aus. Ein Kontakt ist ist für die Selbsthaltung des Motors. Ein weiterer für die Freigabe er 10 Pfennig, die dann in die Kassenbox fallen. In dem Viedeo ist die Freigabe das laute brummen am Anfang.

Trefferbereich (Quelle: PinNin)

Die Getriebemotor mit Mechanik ist so ausgelegt, dass er nach drei Umdrehungen stehen bleibt. An der Nockenscheibe sind drei Ziele befestigt, die in einem eingeschränkten Bereich getroffen werden können. Folglich sind maximal 9 Treffer möglich. Ein Ziel klappt nach unten, wenn im oberen Bereich ein Kontakt mit dem dazu gehörenden unteren Kontakt auf der Nockenscheibe gleichzeitig geschlossen sind. Der obere Kontakt wird mit der Pistole über einem beweglichen Stift der nach unten geführt wird. ausgelöst. Das nach unten Klappen wird durch einen Elektromagneten unter der Steuerung bewerkstelligt.

Ein Ziel wird am Ende des Trefferbereiches über einen Kontakt gezählt und mechanisch wieder aufgestellt. Nach den drei Umdrehungen der Nockenscheibe am Ende des Spieles, kann der Spieler die Treffer unter dem Sichtfenster sehen. Die Trefferanzeige wird mit einem Neustart zurück gesetzt.

Weitere Informationen

Insgesamt gibt es sehr wenige Informationen zu dem Gerät. Es ist vermutlich eine Prototyp. Zu dem Automaten von Herbert Loeper gibt es eine Patentanmeldung vom 20.05.1954 mit der Veröffentlichungsnummer DE000001676486U. Es gib zu dem Automaten nur ein technisches Konzept für den Scheißmechanismus auf die wegklappenden Ziele. In welcher Auflage der Automat gefertigt wurde konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

In der Datenbank von Automatix-Club ist ein Bild vorhanden, dass nach Angaben des Betreibers aus einer Automarkenmarkt Zeitschrift kommt. Die Ausgabe ist mir unbekannt und es gibt bis jetzt keine Rückmeldung dazu.

Es wurden zwei weitere Bilder auf der Bilderplattform Alamy gefunden (Dank geht an den User Cleantex im Antik-Automatenforum). Der Fotograph ist Micha Klootwijk und konnte sich noch daran erinnern, dass er die Fotos in eine niederländischen Spielzeugmuseum aufgenommen hat. Vom Museum Kinderwereld konnte ich keine weiteren Informationen zu dem Gerät auf den Bildern in Erfahrung bringen.

Der Sohn von Herbert Loeper ist Detlef Loeper und hat hatte bis zum Jahre 2018 eine Firma Apparatebau und -vertrieb Berlin auf der Koloniestr. 133, 13359 Berlin (Wedding). Die Firma ist, wie ich es in Erfahrung gebracht habe, in Konkurs gegangen und es ist nicht mehr vorhanden. Auch konnte ich Detlef Loeper nicht erreichen.