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Tipps zum Flipperkauf von EMs

Nachdem ich jetzt mehrere enttäuschte Kunden hatte die sich einen elektromechanische Flipper (Ems) angeschafft habe, gibt es jetzt mal einen Eintrag mit Tipps zum Flipperkauf. Der Fokus liegt mehr auf Ems, aber das Grundsätzliches sollte bei jedem Flipperkauf beherzigt werden.

Auch mir ist es vor kurzem noch passiert, dass ich beim Flipperkauf im Kundenauftrag ein paar Überraschungen erlebt habe. Ich habe den Flipper von einem gewerblichen Händler als überarbeitet und voll funktionstüchtig gekauft. Der Flipper wurde mir gut verpackt hochkant auf einer Palette geschickt. Nach dem ich ihn ausgepackt hatte lagen die ersten Inserts im Gerät und meine Werkstatt roch nach Nikotin wie die Kneipen vor 20 Jahren. Das Gerät bot noch eine ganze Menge mehr an Überraschungen. Ganz fies sind elektrische Fehler wie falsch angelötete Letungen, gut zu erkennen am frischen Lötzinn.

Wo fängt man also an, wenn man sich einen EM kaufen möchte. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten einen Flipper zu kaufen. Entweder von Händler mit, oder von Privat gekauft wie gesehen bzw. beschrieben, also ohne Gewährleistung.

Der Kauf vom Händler

Wie bei allem geht nichts über Empfehlungen, also sollte man sich vorab erkundigen und beim Händler seines Vertrauens kaufen. Selbst bei Händlern sollte man, wenn es irgendwie geht, das Gerät zur Probe spielen. In dem Probespiel sollten folgende Punkte beachtest bzw. getestet werden. Ich gehe von einem komplett überarbeiteten und voll funktionstüchtigen Gerät aus bei dem zumindest die Elektromechanik komplett überarbeitet wurde. Der kleinere Teil der Arbeit ist das Reinigen des Spielfeldes und aufziehen neuer Gummis.

  • Mindestens zwei komplette Spiele mit der maximalen Anzahl der Spieler durchspielen.
  • Darauf achten, dass
    • sich alle Zählräder ordentlich zurück stellen
    • die Kugel- und Spieleranzeige richtig funktioniert
    • das Spiel ordentlich zum Ende kommt
  • Lässt sich die Kugel, wenn sie auf dem Flipperfinger gehalten wurde, kraftvoll nach oben spielen
  • Arbeiten alle Slingshots (Schleudern), Bumper (Schlagtürme) und andere Spielfeldeinheiten wie z.B. Kugelauswürfe richtg
  • In den Probespielen möglichst viele Funktionen testen, alternativ Funtionen ohne Scheibe händisch testen

Zu den Punkten habe ich auch ein YouTube Video erstellt.

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In jedem Fall nach den technischen unterlagen Fragen, insbesondere bei Gottlieb Flippern.

Um eine bessere Einschätzung zu bekommen ob und wie weit ein Gerät zumindest technisch überarbeitet wurde habe ich den Teil 2 (s.u.) erstellt.

Der Kauf von Privat

Auch Plattformen wo Privatanbieter ihre Geräte verkaufen, findet man ähnlich Beschreibungen wie bei gewerblichen Anbietern. Auch die Preise bewegen sich mittlerweile in die gleiche Richtung wie von gewerblichen Anbietern. Damit ein elektromechanischer Flipper länger und zuverlässig läuft ist es wichtig, dass die Elektromechanik überarbeitet wurde. Vorab mal ein paar Beispielbeschreibungen aus aktuellen Texten von elektromechanischen von einer typischen Verkaufsplattform.

  • Sofort spielbereites gebrauchtes Gerät. Alle Funktionen intakt. Der Flipper wurde gereinigt. Defekte Lampen und Posts wurden erneuert. Neue Silikon-Gummis. Neuer Satz Plastics.
  • Spielbereites Gerät 100% geprüft
  • Funktionsfähiger Flipper. Neue Gummis und Lampen. Kasten mit Gebrauchsspuren. Spielfeld wurde komplett zerlegt und gereinigt. Spielfeld in gutem Zustand. Farbige LEDs verbaut.
  • usw.

Aus all den Beschreibungen lese ich, dass die Geräte nur optisch aufbereitet wurden. Meist fehlen Bilder der Elektromechnaik, also vom Innenleben des Kabinetts und der Backbox (Kopfteil). Die Technik im Inneleben ist wichtiger als die Optik für ein gut funktionierendes Gerät! Auch wenn ich mich in meinen Einträgen wiederhole, bei den EMs/Oldtimern wurde vorrangig der Lack aufpoliert. Die wenigsten haben sich nach meiner Erfahrung um die Kompression des Motors gekümmert.

Wer sich zutraut sich ein Gerät auf eigene Faust anzuschaffen, sollte folgendes beachten.

Das Gerät im aufgebauten Zustand, so wie beschrieben begutachten. Wie auch beim Händler (s.o.) die Punkte beachten. Eventuell auch ein paar Testspiele mehr machen. Wenn offensichtlich ist dass Teile, die vorher auf den Bildern zu sehen waren, nachfragen.

Beim Privatkauf ist es noch wichtiger das Gerät Vor-Ort ausgibig zu testen. Wenn es geht vorab eine Checkliste erstellen und durchgehen.

Für die die sich etwas besser mit der Technik auskennen, habe ich einen zweiten Teil vom Video mit Tipps gemacht.

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Der Bericht soll nicht den Eindruck erwecken, dass alle Händler und Privatverkäufer Schlitzohren sind. Da der Markt aber in den letzten Jahren stetig gewachsen ist, sind vermutlich auch mehr Schlitzohren unterwegs ;-).

Viel Erfolg beim nächsten Flipperkauf.

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Gottlieb Überarbeiten 2

In dem Beitrag geht es unter Anderm nochmal um das Grounding bei System 80B. Auf dem Bild ist die Transformatoreinheit zu sehen, wenn man von links in Kabinett schaut.

Genauer geht es um drei Sachen. Den Schutzleiter der mit der Masse (Ground) zusammen liegt (grüne 1), alle zusammengeführten Masseanschlüsse (grüne 2) und die Gleichrichter mit Elko (grüne 3).

Auf dem gezeigten Bild gabe es wohl schon mal Masseprobleme, wodurch die Anschlussstecker der weißen Masseleitungen fehlen und direkt an die Gegenstücke angelötet wurden. Das ist also nicht mehr original.

Der Schutzleiter

Obwohl er die meiste Zeit seines Lebens nutzlos rumliegt ;-), ist der Schutzleiteranschluss wichtig. Und ich als gewerbliche bin sogar verpflichtet ihn zu prüfen. Bei meinem Beispielgerät war es auch dringend nötig ihn instandzusetzen. Vorab aber mal ein Bild zum Schutzleiter, das ist die grün-gelbe Leitung die mit dem Netzkabel ins Gerät kommt.

Auf dem Ersten Bild ist zu sehen, dass der Schutzleiter mit einer Öse auf das Durchführungsblech geschraubt ist. Über das Blech und eine weitere Verschraubung ist er mit den Massebändern verbunden.

Da das Gerät sehr lange feucht gelagert wurde, waren/sind die Metallteile recht stark angerostet. Abgesehen davon war die Mutter des Schutzleiters und die der Massebänder lose. Das hat dazu geführt das der Schutzleiter nicht mehr mit dem Blech und folglich mit der Masse verbunden war. Es hätte also problemlos jemand im Gerät die volle Netzspannung bis ins Kopfteil legen können, um eine neue Leichtstoffröhre mit voller Netzspannung von 230V anschließen zu können. Mit nicht angeschlossenem Schutzleiter kann die Netzspannung sogar bei einem Defekt an der Lockbar anliegen ohne, dass der FI (RCD) im Sicherungskasten auslöst!

Auch wenn es nach einem konstruiertem Beispiel klingt, habe ich es schon mal bei einem Stern Gerät, als ich noch fürs PU gearbeitet habe, in den Originalzustand zurück versetzt.

Jetzt mal wieder zurück zum Schutzleiter. Auf der Pinwiki Seite für Gottliebs habe ich dazu nichts gefunden. Also nochmal in aller Klarheit, ohne Schutzleiter kann auch ein Flipper lebensgefährlich sein. Also den Schutzleiter immer prüfen, und das bei allen Geräten!

Ich bin leider noch nicht fertig, den bei meinem Gerät ging es dann mit den Massebändern weiter. Die ziehen sich ja durchs Gerät und gehen auch zum Transformatorblech.

Auch an den Massebändern zum Transformatorblech musste ich Hand anlegen. Auch die Stellen waren so verrostet, so dass sie gereinigt und neu angeschraubt werden mussten.

Masseanschlüsse (Grounding)

Das ist wahrscheinlich der interessanteste Punkt für die meisten, da ja der Flipper gut laufen soll :-).

Beim Gottlieb System 80B sind alle Masseleitungen zum Transformatorblech geführt und verbunden. So viel zur Theorie. In der Praxis gibt es an der Stelle öfter mal Probleme, da die Verbindungen über die Zeit wohl altern und nicht mehr so gut sind. Um die Übergangswiderstände zu beseitigen gibt es verschiedene Lösungsvorschläge. Die Problematik ist in ausführlicher Version im PinWiki auch in Englisch zu finden. Auch wurde es bei TNT Amusement Folge #690 thematisiert.

Welche Lösung auch immer verwendet wird, sie sollte ordentlich umgesetzt werden. In meinem Fall waren die Leitungen gut angelötet. Was durch die Feuchtigkeit nicht mehr gut war waren die Verbindungen der Abstandshalter zum Blech. Die mussten nachgearbeitet werden.

Platinen zum Anschlzss der Masseleitungen (Quelle: PinNin)

Hier noch eine wichtige Anmerkung bzw. Erfahrung vom Gottliebhaber Rainer.

Vielschichtiges Thema , jedoch sollte man beachten dass es zu keinerlei Verbindung zwischen der AC ( Schutzleiter ) und dem DC Ground kommen sollte !

Ich selbst erlebte an meinem VOLCANO was es bringt, beide Potentiale zu vereinen, es werden auf einmal wie von Geisterhand die Droptargets im Standby hochgestellt, und das im Zeitlupen Tempo.

Rainer (Dr. Boely)

Was er damit meint ist, die Massebänder die es überall im Gerät gibt in keinem Fall als Masse anzapfen! Er hat es nicht weiter ausgeführt, aber für mich klingt es nach einem typischen Masseschwingen was da entstanden ist, wodurch sich Potentiale verschieben können.

Das mag eventuell in vielen Fälle funktionieren, aber muss nicht. Systeme sind meist so konstruiert, dass die Massen in einem Punkt (Sternpunkt) zusammen geführt werden.

Die gleiche Problematik haben wir wenn alle möglichen Leute ihre Flipper modden, kaum einer prüft vorher welche Masse er für sein Modding verwendet. In den meisten Fällen funktioniert es problemlos, aber in manche kommt es zu Potentialverschiebungen und die Geräte spinnen zeitweise.

Gleichrichter mit Elko

Jetzt zum letzten Punkt, dann soll es auch für den Eintrag reichen.

Die meisten Geräte haben schon viele Jahre gearbeitet und entsprechend auch die Bauteile. Da die Wärmeleitpaste der Gleichrichter eh schon vertrocknet ist, kann man im Zuge der Erneuerung dem Gerät auch mal drei neu Gleichrichter spendieren. Auch der Elektrolythkondensator (Elko) kann in dem Zuge erneuert werden.

Wenn man die Kapazität der alten Elkos misst, muss man oft mit erstaunen festellen, dass sie meist noch im Toleranzbereich ihrer Kapazität sind. Selbst wenn sie schon dicke Backen haben. Dicke Backen bedeutet, sie sind aufgequollen und waren eventuell mal kurz vorm platzen. Das ist kein gutes Zeichen ;-).

Was meist nicht gemacht wird ist den ESR-Wert zu messen. Das ist eine Art Widerstandswert der bei der Art von Kondensatoren klein sein sollte. Da sie über die Zeit aber austrocknen vergrößert er sich. Von daher besser einfach mal mit tauschen.

Schutzleiter Teil 2

Ergebnis der Isolationsschutzprüfung

Natürlich habe ich am Ende meine Arbeit mit einem Isolationsschuzmessgerät geprüft ob meine Arbeit am Schutzleiter gut war. Möchte ja ruhig schlafen können wenn ein Pin meine Werkstatt verlässt. Die Messung habe ich an der Lockbar durchgeführt. Ein RPE =0,28 Ohm (Grenzwert 0,3 Ohm) ist recht hoch. Hier sei für die Experten angemerk, dass die Netzleitung 3x 0,75mm² mit 5m ist. Auch habe ich die Messung nur mit 250V durchgeführt um das Risiko zu minimieren mir die überarbeiteten Platinen wieder zu zerschießen 0:-).

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Flipperservice Reparaturen Tipps & Tricks

Gottlieb Überarbeiten

An der Stelle erst mal vielen lieben Dank an den Gottliebhaber Rainer, im Forum Dr. Boely, für die vielen Anregungen (was ich ja schon teilweise gemacht hatte :). Ich wollte eigentlich nur ein kleines Erklärbär-Video zum Ground-Mod machen und sein Feedback …

Ich habe Rainers Erklärungen als Zitate einfließen lassen um hoffentlich seinem großen Erfahrungsschatz hier entsprechend zu würdigen. Jetzt aber zurück zu den in die Jahre gekommenen Geräten.

Es gibt Gerüchte das die alten Gottlieb Monster „nie“ stabil laufen, es keine Teile gibt und bestimmt noch viel mehr ;-).

So eine allgemeine Aussage ist natürlich Unsinn. Sonst könnte man das auch über die tollen Williams WPC Geräte sagen. Auch davon habe ich schon ein paar Intensivpatienten erlebt. Letztendlich kommen alle Geräte in die Jahre und der Aufwand wird nur größer alle Stellen wo die Elektronik so ihre Macken hat wieder langfristig stabil ans Laufen zu bringen.

Da ich gerade an einem Gottlieb System 80B arbeite und einen Ground-Mod gemacht habe, dachte ich mir ich mache mal ein Video dazu. Da ich hier in Deutsch blogge würde ich es als Masse-Fix übersetzen. Jetzt erst mal das Video.

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Nur mit dem Masse-Fix ist der Fisch mit der Stabilität aber nicht gegessen.

Das ist selbstverständlich nur ein Puzzleteil bei der System 80, System 80A und System 80B Generationen. Natürlich haben die Geräte einen ganzen Haufen mehr Stellen auf die man achten sollte. Das Video ist entstanden, da ich gerade alle Platinen überarbeitet habe. Ist grundsätzlich auch kalter Kaffee da es das schon vor ein paar Jahren mal bei TNT-Amusement (#846 Gottlieb GROUND MOD) von Todd Tuckey.

Der Zusatzdraht Mod ist im Youtube von TNT-Amusement in den Videos rauf und runter als Allheilmittel angepriesen worden, ich persönlich finde den Mod zwar als Sinnvoll aber nicht ausreichend

Dr. Boely

Ich bin da seiner Meinung. Ist ein bisschen so als wäre das Gleichrichtertauschen bei WPC das Allheilmittel gegen Resets. Nach nun endlich vielen Jahren scheinen das auch die letzten Verstanden zu haben und der Reflex bei WPC Resets Gleichrichter zu tauschen wird weniger. Auch bei WPC-Resets sollte man immer vor einer Veränderung am Gerät nach der Ursache suchen.

Todd beschreibt die Modifikation nur für System 80 und System 80A. Ich bekam als Feedback von Rainer dazu:

System 80B CPU Kontakte vor der Überarbeitung (Quelle: PinNin)

Es ist das System 80B welches du bearbeitest, welches nicht so stark mit den Kontaktproblemen behaftet ist, wie die Systeme 80 + 80A.

Der Grund ist die abklappbare Backbox welche eine dauerhafte Verbindung darstellt, entgegen den älteren Systeme 1, 80 und 80A, die keine Scharniere und fest verbaute Backbox bieten.

Dr. Boely
System 80B CPU Kontakte nach der Überarbeitung (Quelle: PinNin)

Ich arbeite zwar an einem System 80B, was normalerweise nicht so stark betroffen ist, aber meiner wurde circa 10 Jahre feucht gelagert. Das hatte ich Rainer zu dem Zeitpunkt noch nicht gesagt. Von daher ist er doch etwas mehr betroffen ;-). Entsprechend musste ich alle Kontakte der Verbinder überarbeiten. Am Rand sind Bilder von der CPU mit den Kontakten vorher und nachher zu sehen. Die Kontakten war schon so schlecht, dass sich partiell das Zinn vom Kupfer getrennt hat. Letztendlich lässt sich sich sagen, jede Versorgungsverbindung die man mehr hat ist hilfreich (ohne auf Masseschleifen eingehen zu wollen ;-).

Eine weitere wichtige Modifikation für System 80B ist die Kontrolle bzw. Überarbeitung der Masseanschlüsse am Transformatorblech (Transformer Panel A12). Die Verbinder haben die Bezeichnungen A12P2, A12P3 und A12P4. Sie sind auf der linken Seite vom Transformator Panel, wenn man ins Kabinett schaut. Das wird aber wohl eher ein anderer Beitrag.

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Reparaturen

Wild Wheels 1966

Sicherungshalter mit Sicherungen so wie ich sie vorgefunden habe
(Quelle: PinNin)

Es ist immer wieder erstaunlich, was man so Vor-Ort beim Kunden im Flipperservice zu Gesicht bekommt. Noch interessanter wird es dann, wenn man weitere Hintergrundinformationen bekommt.

Ich bin noch kurz vor Weihnachten zu einem Bally Wild Wheels von 1966 gefahren. Nach Fehlerbeschreibung ist erst die Backbox-Beleuchtung ausgefallen und dann ein paar Wochen später komplett. Nach den Bilder die ich vorab bekommen habe sah der Flipper noch sehr original und von der Grundsubstanz gut aus. Nach Fehlerbeschreibung und vorhandenen Stromlaufplänen bin ich davon ausgegangen den Fehler Vor-Ort lösen zu können.

Thermisch belasteter und nachgelöteter Sicherungshalter, wie es in keinem Fall sein sollte!
(Quelle: PinNin)

Der Flipper wurde vor nicht all zu langer Zeit auf eBay Kleinanzeigen für cira 1000 Euro gekauft. Der Kunde hat den Flipper vor Ort ausprobiert und die Funktionen alle so weit getestet. Er wurde zusammengebaut transportiert und hat erst mal funktioniert. Nach aussage des Verkäufers hat der Flipper vorab eine Revision bekommen.

Ich habe gelernt, dass ein Revision aus dem Mund eines Privatverkäufers wohl das erneuern des Netzkabels ist und das zurechtfrickeln der Sicherungshalter. Möglicherweise habe ich da aber was falsch verstanden, ich kann mich ja auch irren. Mehr konnte ich nicht wirklich erkennen.

Gerät nach Erneuerung der Sicherungshalter
[Quelle: PinNin)

Wie auch immer, das Nachlöten der Sicherungshaltern in der Form war grob fahrlässig und hätte zum Brand des Gerätes führen können. Fünf der sechs Sicherungshalter waren thermisch durch Übergangswiderstände schon stark vorbelastet und/oder sind sofort mit der ersten Bewegung gebrochen. Dazu kommt noch, dass die Sicherungen nicht überprüft wurden und an einer Stelle eine T15A statt T10A vorhanden war. Wie man an der einen frischen Lötstelle erkennen kann, wurde sie auch nicht ordentlich angelötet.

Das Bild oben zeigt den Zustand als ich den Kunden verlassen habe. Natürlich wurden die defekten Sicherungen fachgerecht erneuert, auch wenn ich keine Originalen mit hatte.

Die Frage zur Haftung, wenn ein Schaden entsteht wurde im Flippermarkt.de diskutiert- Der Beitrag hatte das Thema „Frage an die Juristen zu Pfusch am Flipper„.

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Protektoreinbau Taxi

Aufgelegter Protektor (Quelle: PinNin)

Um einen Protektor einzubauen kann es verschiedene Gründe geben. Sei es um bei einem neuen Gerät den Wert zu erhalten, weil das Spielfeld Risse bekommt hat, die Inserts schon ein wenig gearbeitet haben, oder Inserts verformt sind und den Kugellauf beeinflussen.

Der folgende Beschreibung hat das Ziel dem Anfänger, der vielleicht seinen ersten Protektor einbaut, und auch dem erfahrenen Flipperfan meine Erfahrungen mitzuteilen. Da ich selber schon alle Bereich durchlebt habe, würde ich mich als erfahren einstufen. Mit durchlebt meine ich, dass ich vom Konzept, der CAD Zeichnung, Prototypen lasern mit abschließendem Serientest, alle Bereiche eines Protektors durchlebt habe. Auch erkläre ich aus meiner Sicht, wann ein Protektor sich möglicherweise nachhaltig nicht wölbt, aber alles zu seiner Zeit.

Der Eintrag thematisiert nicht den Einbau von Protektoren bei modernen Flippern. Bei modernen Flippern wie z. B. Ghostbusters, die teilweise sehr steile Rampen haben, oder enge Kugelwege haben, ist es manchmal notwendig zusätzlich zum Protektor weiter Anpassungen vor zu nehmen um den ursprünglichen Spielfluss zu erhalten.

Der Einbau eines Protektors ist ein kleines Abenteuer, wenn man das Modell zum ersten Mal zerlegt. Das Abenteuer spielt sich größtenteils auf der Spieloberfläche ab. Damit es die ganze Sache nicht zu umfangreich wird, wird der Einbau an einem überarbeitetem Taxi Flipper gezeigt. Mein überarbeiteter Flipper wurde vorab komplett zerlegt und ist sauber wie ein neuer Flipper. Hier sei angemerkt, dass jedes Modell individuell ist. Bei dem einen Modell kann es sein, dass es einfacher ist den Protektor von hinten nach vorne aufgelegt wird, manchmal von vorne nach hinten, beim Metallica gedreht über den Sparky, usw. Das ist natürlich auch wieder individuell unterschiedlich abhängig davon wie viele Teile ich vorher demontiert habe.

Als gewerblicher ist Zeit natürlich Geld (und ich bin in dem Punkt faul ;-), also versuche ich möglichst wenig Teile abzubauen. Nach dem Motto so viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Ein gut verpackter Protektor ohne Beschädigungen (Quelle: PinNin)

Im konkreten Beispiel geht es um einen Taxi Flipper von Williams. Es wird ein Protektor mit 0,5mm aus Vivak von Playfield Protektors aufgelegt. Das erste ich mache, ich schaut ob der Protektor, den man bestellt hat zum Flipper passt. Bei mir war der erste ein Funhouse und den hätte ich nicht auf den Taxi bekommen ;-). Der Tausch hat problemlos funktioniert, aber ich musste meinen Kunden vertrösten da ich meinen Termin nicht halten konnte.

Die Schmauchreste sind im gegenlicht gut zu erkennen (Quelle: PinNin)

Der Protektor für den Taxi war tadellos und die Arbeit konnte beginnen. Tadellos in dem Zusammenhag bedeutet, dass beide Seiten keine tiefen Kratzer in den Protektor selber haben, die Folie noch vollständig beidseitig vorhanden ist und das Material nicht geknickt wurde.

In meinem Fall kam der Protektor gut verpackt und auf die Verpackung geklebt an. Wichtig für mich ist, beim Auspacken die Folie nicht zu beschädigen. Ich gehe erst mal davon aus das ein gelasertes Produkt Schmauchreste hat, die nicht im Flipper landen sollten. Als Schmauch werden die Kunststoffreste beim Lasern bezeichnet die sich auf dem Produkt z. B. durch die Verwirbelungen oder statische Aufladung sammeln. Sie sind auch verantwortlich dafür das er so komisch nach Plastik riecht, wenn man die Folie abzieht.

In der Anfangszeit gab es auch gefräste Produkte aus 1mm Makrolon (Polycarbonat). Um Makrolon zu lasen braucht man mehr Energie als bei anderen heutigen Produkten wie z. B. Vivak. Auch kann es bei einer schlechten Einstellung der Fertigung zu gelben (unschönen) Kanten kommen. Von daher hat man sich wohl für die Fräßarinante entschieden. Abgesehen davon, das sich meiner Meinung nach Macrolon gruselig spielt gehören Fräßkrümel nicht zum Protektor. Wie auch immer, das haben wir wohl hinter uns.

Zurück zum Schmauch. Flippereiniger ist gut geeignet beide Seiten zu reinigen. Auf einen Lappen oder Küchenrolle sprühen und den Schmauch damit feucht binden. Fertig. Die Schmauchreste sorgen später auch dafür das es beim Folieabziehen nochmal „lecker“ nach Material riecht.

Der Protektor gibt an was alles demontiert werden soll um ihn aufzulegen. Also mal drüber schauen und abschätzen was grob runter muss. Wenn man das nicht wie bei so einem Suchbild sieht, den Protektor vorsichtig über Spielfeld halten. Die Folien nicht abziehen um durch zu schauen! Angefangen unten, müssen die Flipperfinger, die Führungs Wire, Slingshotplastics, Gates, Bumpercaps und Rampen ab.

Jetzt kommt ein bisschen Erfahrung zu jedem Modell ins Spiel. Wenn ich oben etwas abbaue, muss ich eventuell wissen wie und was ich dafür noch abbauen muss um nichts zu verkratzen. Auch ist es wichtig zu wissen was ich unter dem Spielfeld abschrauben muss und welche Verbinder zu lösen sind. Der Teil unter dem Spielfeld sollte frühzeitig passieren um das Spielfeld nicht mit gelösten Teilen die sich noch nicht entfernen lassen anheben zu müssen.

Spielfeld von unten vorbereiten (Quelle: PinNin)

Der Taxi wird von den Flipperfingern nach oben abgebaut (nicht so schlimm wie ein Avangers ;-). Also zwei Muttern der Einschusses mit Unterlegscheiben und vier Verbinder lösen. Linke Rampe, rechte Rampe, Spinout und Lämpchen vom Skillshot. Und natürlich die Flipperfinger lösen. Das ist wichtig um Späte das Spielfeld nicht mehr mit losen Teilen nach oben klappen zu müssen, wenn man was vergessen hat. So kann man verhindern etwas zu verkratzen.

Jetzt kann mit dem Abbau begonnen werden. Um die Rampen beim Taxi abzunehmen mache ich es so, das ich das Spielfeld mit einem Holz leicht anhebe um die Spinout Rampe vor, zurück und hoch bewegen zu können um an die anderen Rampen zu kommen. Der Verbinder für den Mikroschalter der rechten Rampe ist unter der Spinoutrampe.

Je Rampenblech (Flap) habe ich immer weiche Lappen liegen. Beim Demontieren oder Montieren passiert es gerne mal, das ein Rampenblech zum Spielfeld rutsch. Da die Kanten recht dünn und meist scharf sind, können dadurch gerne mal Kratzer entstehen ;-). Die beiden Rampen nehme ich zusammen ab, da sie verschachtelt sind. Über Gates und andere scharfe Kannten auf dem Spielfeld klebe ich danach Isolierband. Wenn die Slingshotkontakte wie bei neuen Stern Geräte zu weit vor stehen, passen da 1 1/16“ Sleeves, damit die Kanten den Protektor nicht verkratzen.

Im ersten Versuch habe ich die Ballführungen (Laneguides) nicht abgebaut, da es Zeit spart und ich die Hoffnung hatte, dass der Protektor gut passt und er vielleicht auch so wieder abnehmbar ist. Der Protektor passt nicht. Ich habe schon andere Protektoren von Playfield Protectors verbaut und habe schon entsprechendes Werkzeug für Anpassungen liegen. Das Werkzeug bzw. die Hilfmittel um weiter zu kommen ist ein Edding, Augenmaß und eine stabile Schere.

Protektor positionieren (Quelle: PinNin)

Damit ein Protektor nachhaltig keine Probleme macht sollte er beim Einbau frei (schwimmend) liegen. Freischwimmend bedeutet, dass ich ihn von seiner idealen Position in alle Richtungen ca. 1mm bewegen kann. Für eine ideale Position suche ich mir z. B. zwei Kontakte und richte ihn aus. Ein Kontakt könnte die linke Inlane und der andere oben bei den CAB Durchläufen. Beide Öffnungen zentriert an den Öffnungen des Protektors ausrichten. Wenn das geschehen ist, muss sich der Protektor problemlos nach rechts, links oben und unten schieben lassen. Beide Folien sind noch vorhanden! Wenn das geht ist alles super, wenn nicht kommen die Hilfsmittel zum Einsatz um den Protektor an zu passen.

Die Stelle die am wenigsten passt (Quelle: PinNin)

In meinem Fall fange ich mit den Anpassungen an der schlimmsten Stelle an, also wo am meisten weg muss. Das ist oben links. Für die die das erste mal einen Protektor anpassen, fangt mit einer Stelle eher im nicht sichtbaren Bereich an. An der Stelle könnt ihr üben das Material sauber zu schneiden.

Ich schätze ab wie viel ich wegschneiden muss, damit der Protektor nicht mehr anliegt. Es gilt die Regel, lieber etwas zu wenig als zu viel weg zu schneiden. Dranschneiden geht noch nicht ;-). Wenn man Prototypen entwickelt ist das ein normaler Arbeitsschritt, da man ja keine CAD-Daten von den Herstellern bekommt. Ich hatte in meiner Entwicklungszeit, soweit ich mich erinnern kann, keinen der direkt gepasst hat. Die mich kennen wissen, das es mir manchmal mein Perfektionismus im Weg steht.

Spielfeld mit Mikrofasertuch reinigen.

Bei meinem Protektor muss ich oben rechts und an den Slingshots Anpassungen vornehmen. Es sieht so aus als wäre das Modell Taxi schnell entstanden und ohne große Test und Feedback in Serie gegangen, da die Schnittkurven teilweise erheblich von den Ballführungen abweichen. Eventuell bin ich da aber mit meinem Ansicht alleine.

Wenn alle Anpassungen abgeschlossen sind und der Protektor schwimmend passt. Kommt der nächste Schritt. Protektor herunter nehmen und das Spielfeld am besten mit einem Microfasertuch reinigen. Es sollte möglichst kein Schmutz auf dem Spielfeld sein.

Schutzfolie zur Spielfeldseite abgezogen (Quelle: PinNin)

Nach dem Abziehen der Folie auf der Unterseite ist die sehr wahrscheinlich elektrostatisch geladen und zieht den Schmutz magisch an :-). Jetzt die Folie der Unterseite abziehen, also die die auf dem Spielfeld war. Wer die Möglichkeit hat Ionisierte Luft zu benutzen, sollte das beim Abziehen machen. Beim abziehen den Protektor vom Körper entfernt halten und nach Möglichkeit keine Sachen tragen die staubig sind oder flusselig. Die Folie fallen lassen und den Protektor zügig und direkt auflegen.

Nach dem Auflegen mache ich es so, dass ich Teile wo ich später die obere Folie schlecht ab bekomme, anlösen oder schon zur Mitte ziehe. Alles was an Folie nicht ab muss bleibt erst mal drauf. Das sorgt dafür das der Protektor zumindest bis zum Ende etwas geschützt ist.

Jetzt alles wieder rückwärts montieren, Folie abziehen und das wars*.

* Dem fachkundigen oder interessierten Leser ist sicher aufgefallen, dass ich ein Kleinigkeit beim Zusammenbau vergessen habe. Das wurde aber anschließend korrigiert. Fotodokumentation und konzentriert arbeiten muss ich wohl noch üben ;-).

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Flipperservice Reparaturen

TZ im Sammlerzustand

(Quelle: Brian H.)

Die die schon auf meinem Instagram Account waren, kennen sicherlich die Bilder von einer meiner Reparaturen. Der Kunde meldete sich, da er eine Sound Board Interface Error hat. Neben dem Fehler sollte ich ihn auch bei ein paar Moddings für seinen Twilight Zone (TZ) zur Seite stehen bzw. technisch beraten.

Da das Gerät frisch vom Händler als 100% getestetes Sammlerstück gekauft wurde, bin ich zum Kunden gefahren. So wie er mir berichtete, ist der TZ von einem privaten Sammler gekauft und vom Händler aufbereitet worden. Bei einem Gerät, das weit über 8000 Euro kostet, erwarte ich erst mal keine großen Überraschungen. In dem Kaufpreis ist ein „umfangreiches“ Moddingpaket enthalten.

Bumper Yoke falsch montiert (Quelle: PinNin)

Da der Sound Board Interface Error spielerisch nicht relevant ist, wurde mit dem Kunden besprochen, dass er sich mit dem Händler in Verbindung. Er soll ihm eine aktuelle Version der Sound EPROMs schicken und dann sollte es behoben sein.

Mit dem Blick in die Backbox wurde mir klar das der TZ vermutlich nur durchgeschoben wurde bzw. der Fokus mehr auf dem visuellen Eindruck lag. Die Platinen und Backbox war im ersten Eindruck sauber, also geputzt, Flachbandverbinder und Leitungen gereinigt. Es wurden wohl auch neue Aufkleber mit Seriennummern verklebt. Von den Konvektionsdreck, Staub, Verfärbung der Verbinder, schien das Gerät nicht so lange im Kneipenbetrieb gewesen zu sein. Die Grundsubstanz der Elektronik ist aus meiner Sicht sehr gut, aber unbearbeitet ein Rohling. Bei dem gleichmäßigen braunen Film auf den Sicherungen, wurden sie vermutlich nicht kontrolliert. Anmerkung für den Laien: Als Professioneller habe ich die Pflich, bevor ich ein Gerät verkaufe zu prüfen das alle sicherheitsrelevanten Einrichtungen ordnungsgemäß sind. Sicherungen gehören dazu.

Leitung außen am Spielfeld vorbei geführt (Quelle: PinNin)

Da im Lampen+Flasher-Test keine Resets aufgetreten sind, habe ich die 5V der CPU nicht weiter betrachtet. Hier sei angemerkt, dass das Gerät auf LED-Flasher und teilweise LEDs umgerüstet ist. Es kann durchaus sein, dass mit den originalen Bestückung der Leuchtmittel Resets auftreten.

Zurück zum Moddingsupport. Da das Gerät von einem Händler ist, denn ich noch nicht kannte, habe ich erst mal einen Blick unter das Spielfeld geworfen. Wenn eine von drei Bumpermechaniken falsch zusammen gebaut ist, gib das aus meiner Sicht Grund zur Sorge da nicht klar ist, ob es ein Einzelfall ist. Ob jetzt der Sammler oder der Händler den die Mechanik falsch zusammen gesetzt hat ist eigentlich egal. Bei einem Gerät in der Preisklasse hätte ich erwartet, dass der Händler so etwas offensichtliches sieht und korrigiert. Wenn es so vom Sammler kommt, hätte ich alle Mechaniken nochmal zerlegt. Da es nur fünf Muttern und zwei Kreuzschrauben sind, war es schnell erledigt.

Transformator nicht fixiert (Quelle: PinNin)

Auf zum nächsten Bock. Die Spielfeldunterseite war bis aufs Holz sauber. Scheinbar hat jemand im Zuge einer „High-End“-Überarbeitung das Spielfeld von unten abgeschliffen und nicht wieder Versiegelt. So etwas kenne ich eher von Pins aus den umliegenden Ländern von denen über die letzten Jahre immer mehr zurück kommen.

Der Grund warum ein Spielfeld von unten, meist ganz dünn, lackiert ist, ist, dass der symmetrische Aufbau passt. Die älteren Spielfelder sind auch mal Grau gepinselt. Um zu verhinder das Sich eine Holzplatte über die Zeit verzieht, sollte es immer symmetrisch aufgebaut sein. Das heißt eine gerade Anzahl von Holzschichten in symmetrisch zueinander passender Dicke mit abschließender Lackierung auf beiden Seiten. Durch Wärme, Kälte und Luftfeuchtigkeitsänderungen arbeitet Holz. Bei einem intakten Spielfeld nur zu den offenen Seiten, wenn die Unterseite Abgeschliffen ist, arbeitet es unsymmetrisch und wird irgendwann möglicherweise krumm und bekommt im schlimmsten Fall Risse. Bis das mal auffällt ist das Gerät lange aus der Gewährleistung.

Alte Abschussteile (Quelle: PinNin)

Ein weiterer Punkt, dass die Anschlussleitung von einem Modding außen an der Spielfeldkante vorbei gezogen war. Es wurde wohl darauf spekuliert, dass der Kunde das Spielfeld nicht so oft aufklappt und die Leitung abschert. Letztendlich war es möglich die Leitung hinten unter dem Minispielfeld zu verlegen und zu fixieren.

Bei einem Trafo wo ich drei Schrauben nachziehen kann und eine die recht weit raus steht finde ich mutig. Vor allem da das Gerät per Spedi verschickt wurde.

Ein Klassiker ist ja ein nicht überarbeiteter Abschuss. Als Spieler finde ich den Abschuss so wichtig wie z. B. den Aufschlag bei Tennis. Es ist das erste was ich zum Beginn eines Spieles in Ruhe ohne irgendwelche Einflüsse mache und was reproduzierbar funktionieren sollte. Entgegen der Fraktion die gebetsmühlenartig wiederholen, ist doch für alle gleich. Nein, ist es nicht!

Wie auch immer der Kunde war sehr glücklich darüber abschließend ein reproduzierbar gut funktionierenden Abschuss zu haben. Mal abgesehen davon, dass die neue Tonnenfeder jetzt zu der wunderschönen Abschussstange passte. Gerade am TZ mit dem Super-Skill-Shot Feature ist es großartig den Extraball zielsicher zu bekommen, wenn es dann mal kein Turnier ist ;-).

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Allgemein Reparaturen

Überarbeitungen

Wie bei vielen Projekten, Aufhübschungen oder Überarbeitungen steht die Optik im Vordergrund, da es das ist was meiste eher beeindruckt bzw. den größten Effekt hat. Folgend ein paar Gedanken, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, laienhaft geschrieben und weit weg vom Perfektionismus ;-).

Wenn man bei einem 50 Jahre alten eingestaubten Oldtimer den Lack richtig schön aufpoliert bekommt, macht es bei den meisten mehr Eindruck.

Im Vergleich, das gleich Auto einmal abgespritzt und den Motor samt Technik überholt. Mit Motor überholt/restauriert meine ich den Motor in aller Teile zerlegen und mit dem Zusammenbau alle Teile auf Toleranzen geprüft, oder entsprechen fachlich richtig Instandgesetzt zusammengebaut.

Stelle man beide Autos danach zum Verkauf hin, ist es wohl sehr wahrscheinlich für das aufpolierte mehr Geld zu bekommen. Spätestens wenn man nach dem Kompressionskärtchen fragt, trennt sich Spreu vom Weizen.

Was ist den eigentlich das Kompressionskärtchen beim Flipper?

Na ja, ein Kompressionskärtchen gibt es nicht bei Flipper, aber je Flippergeneration sollte man auf verschieden Punkte achten. Da es heute so viele verschiedene Generationen von Technik bzw. Elektronik über verschiedene Hersteller gibt, kann ich das nicht auf einen Punkt bringen. Folgend nur ein paar exemplarische Anmerkungen zu den gängigen Herstellen wie Bally, Williams, Midway, Data East, Sega, Stern. Bei Herstellen wie Zaccaria, Gottlieb und diversen anderen kann es sehr schwer werden manche Teile zu bekommen. Über die Zeit haben sich aber auch Experten gefunden die sich auf einen Teilbereich der Flipperteile spezialisiert haben. Ein Beispiel wäre Markus Huber vom Flipperwerk für Platinen.

Leider erlebe ich es immer wieder, wie die letzten 20 Jahre, dass Spieler/Laien häufig nach einem generellen Lösung fragen. Meine Antwort ist immer, jedes Problem und jeder Fehler sollte separat betrachtet werden. Es wäre schon, aber es gibt in den meisten Fällen keine Standardlösungen! Nicht umsonst gibt es Experten die viele Jahre in ihre Ausbildung investiert haben ;-).

Eine Achse der Count Unit auf der sich ein Plastikteil bewegt ist verrostet. (Quelle: PinNin)

Zurück zu den Flippern. Ich fange mal mit EMs an. Bin ich auch im vorherigen Beitrag mal drauf eingegangen. Wenn Flipper hübsch aussehen, geht der Blick erst mal unter die Haube. Also bei Ems die Schreibe runter und das Spielfeld hochgeklappt. Der erste Blick verrät meist wie viel Mühe sich jemand gemacht hat ein Gerät zu überarbeiten. Erster Punkt sind Flipperkontakte. Jemand der nicht gewillt ist neue Flipperkontakte ein zu bauen, ist meist ein Sparfuchs und hat nur das nötigste gemacht. Oft sieht man nur Bilder von den Flippermechaniken wo Verschleißteile erneuert wurden. Meist hat es danach aber aufgehört. Zu einer guten Überarbeitung gehört aus meiner sicht, dass man sich „alles“ mal anschaut. Der Teufel steckt wie immer im Detail.

CPU Williams System 6 mit ausgelaufenen Batterien (Quelle: PinNin)

Exemplarisch bei den EEs (Early Electronics) hilft ein Blick ins Kopfteile (Backbox). Ist die Pufferzelle/sind die Batterien für den Speicher ausgelaufen und die Leiterbahnen der CPU-Platine aufgeblüht, sind direkt ein paar hundert Euro für Ersatz fällig (200-500 Euro je nach Defekten und Gerät). Aber glücklicherweise gibt es heute endlich vernünftige Ersatzplatinen. Sind alle Verbinder ordnungsgemäß? Gerne sieht man Dosen-, Lüsterklemmen oder aufgelötete Leitungen.

Je nach Lagerung der EEs kommt es jetzt häufiger vor, das sich der Kleber der Inserts verabschiedet. Da sollte man auch mal testen ob die schon lose sind um böse Überraschungen zu vermeiden. Highlights sind auch wen schwarze Stellen auf dem Spielfeld schnell mit einem Edding beseitigt wurden. Bei Abspielungen sollte auch geschaut werden, ob der Lack so schlecht ist, dass er weiter weg bröselt. Gilt natürlich auf für Ems.

Wenn bei einem EE nur die GI (statische Hintergrundbeleuchtung die mit dem Einschalten an geht) funktioniert und sonst alles dunkel ist, sollte man erst mal Kosten für Displays einkalkulieren. Es gibt sicherlich noch gebrauchte Plasmadisplays, aber wer nicht lange suchen möchte sollte für einen Satz LEDs mal 200 Euro einkalkulieren.

Bei den SS (Solid State) ist es sinnvoll zwischen der Flipperhochzeit bis ca. 1997 zu unterscheiden und die Zeit danach. Ich lasse die Pinball2000 mal aus, da sie ja eher (manchmal beliebte) Exoten sind. Der Fokus liegt hier primär auf klassischen WPC-Geräten, wie sie aktuell meist aufgehübscht für viel Geld angeboten werden. Erstaunlich ist bei vielen Anzeigen wie unehrlich Geräte dargestellt werden. Obwohl z. B. auf den Bildern zu erkennen ist das Rampen gebrochen sind, wird geschrieben das sie nicht gebrochen sind. Mechaniken wurden erneuert, aber es ist nicht aufgelistet welche. Usw. Bei den wenigsten Verkaufsanzeigen ließt man, dass mal ein Techniker über das Gerät geschaut hat.

Was auch immer wieder zu sehen ist, das Geräte aus Italien, Spanien, oder dem Osten angeboten werden. Hier sollte man wissen, dass der Begriff „guter Zustand“ oder „gute Basis“ für eine Überarbeitung sehr unterschiedlich sein kann. Also ein Flipper aus Spanien wo alle Inserts risse haben, aber der z.B. durch die salzhaltige Meerluft noch keinen Zinkfraß hat, kann noch im guten Zustand sein ;-).

Soweit so gut. Wenn sich auf die Pirsch nach einem eigenen Gerät macht, sollte es in einem hellen Raum in kaltem ausgeschaltetem Zustand vorfinden. Mit kalt ist hier natürlich Raumtemperatur gemeint. Es wird oft über die Zahnarztspielgelfraktion gespottet, aber ich kann sie verstehen ;-). Ein klassisches Plasma DMD (Dot Matrix Display) sollte nach dem Einschalten sofort vollständig und gleichmäßig angehen. Falls nicht, es gibt nach Größe und Ausführung, entsprechenden Ersatz der einkalkuliert werden sollte.

Startet das Gerät fehlerfrei, geht es weiter mit einem Blick in die Backbox. Wie bei den Ees sollte man erst mal schauen ob die Batterien ausgelaufen sind. Falls sie, wie häufig, ausgelagert sind, sollte geschaut werden ob sie in der Vergangenheit mal ausgelaufen sind. Falls dem so ist, kann es möglicherweise später zu zeitweisen Fehlern kommen. Ich tausche so CPUs aus, da ich in keinem Fall mögliche zeitweisen Fehler haben möchte. Bei einem Privatverkauf hat der Verkäufer den Vorteil nicht in der gesetzlichen Gewährleistung zu sein.

Als nächstes lässt sich meist recht gut erkennen ob, Verbinder verbrannt sind, oder mal erneuert wurden. Der Profi erneuert Verminder mit gleichwertigen, oder besseren Verbindern. Auch benutzt er entsprechendes Werkzeug um sie zu verbinden. Wer Verbinder sieht, wo die Leitungen mit einem Schraubendreher reingedrückt wurden, sollte das Gerät eventuell mal genauer untersuchen.

Ein wichtiger Test bei einem WPC-Gerät ist, dass man in den Flasher-Test geht und mal ordentlich die Flipperfinger über eine Zeit tanzen lässt. Das ist die Simulation für einen Multiball, wo viele Lämpchen, Flasher und die Flipperfinger möglichst gleichzeitig angesteuert werden. Der Flipper sollte in keinem Fall einen Reset machen. ABER, auch wenn er keinen Reset mach kann es sein, dass die Elektronik faul ist. Die Elektronik dieser Gerätegeneration wird von mir als Gewerblicher immer überarbeitet, da ein Teil der Bauteile nach 25 Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit am Ende der Badewannenkurve ist.

Eine Amnerkung zu den Mechaniken. Mittlerweile gibt es recht viele Teileshops. Da bleibt es nicht aus, dass der eine oder andere mal versucht günstigere alternativen zu Finden, oder sie vielleicht billiger in China fertigen zu lassen. Ich habe als ich nach Berlin gekommen bin erst mal als Testingenieur gearbeitet. Bei der Arbeit ging es darum RMAs systematisch zu untersuchen und Fehlerursachen ab zu stellen. Es wurden auch Teile in China gefertigt. Die Erfahrung zeigt, dass die Chinesen mit den richtigen Vorgaben gute Qualität abliefern, da sie sonst nicht bezahlt werden. Das setzt aber voraus, dass die Teile und eventuell sogar Mess- bzw. Prüfmethoden vorgegeben werden! Bei einigen Flipperersatzteilen scheint da ordentlich was schief zu gehen. Dummerweise erlebe ich es fast an jedem Flipper, dass schlechte Neuteile verbaut wurden. Das bezieht sich nicht nur auf WPC-Geräte.

In der Zeitreise erlebt der Flipper bis ca. 2002/03 keine guten Jahre. Stern war als letzte Herstelle fast pleite und hat sich, wie wir heute wissen mit Dave Peterson ein einen guten Mann als Investor geholt. Die Generation Stern Whitestar mit Titeln wie LOTR und TSPP sorgte dafür dass Stern weiter machen konnte. Die Whitestar Generation kommt in die Jahre und bei diesen Geräten sollte man sich z.B. den Verbinder auf dem PDB (Power Driver Board) über dem großen Kühlkörper anschauen. Wenn er braun ist und zerbröselt, kann für eine vernünftiger Erneuerung durchaus mal eine Stunde in Land ziehen. Wenn beide Seiten erneuert werden müssen und die Leitungen ordentlich oxidiert sind, ist das so. Sonst hat man bei der Generation auch mal kalte Lötstellen.

Wer ein Whitestar Gerät hat sollte darauf achten die Batterien regelmäßig zu tauschen, oder eventuell die Batterien aus zu lagen. Ein defektes Whitestar-Platine kann teuer werden, wenn es zu bekommen ist.

Es tauchen jetzt auch mal NIB Geräte aus der Zeit auf. Die erste Frage sollte sein, ob die Batterien vor der Einlagerung entfernt wurden. Unter dem Gesichtspunkten ist es dann aber kein wirkliches NIB Gerät mehr, könnte man vielleicht sagen ;-).

Es geht weiter zu SAM, die Folgegeneration von Stern. Da sie noch nicht „so alt“ sind laufen sie eigentlich noch recht stabil. Wobei mir ein schöne Anekdote zu einem selbst verkorksten Verbinder auf der CPU-Einfällt.

Der Kunde behauptete seine Flippermechaniken sind seit dem Kauf (vor 3 Jahren) immer schlapp. Als ich die Mechaniken testen wollte, war es nicht möglich. Kurz nach, oder sofort nach dem dem Startup gab es Resets durch eine fehlerhafte 5V zur CPU. Es stellt sich schnell raus, das der 5V Verbinder zur CPU die Ursache war. Die Vermutlich hat er durch vielfaches Auf- und Abstecken seines Backpanel-Modding, das an der 5V der CPU hing, den Verbinder verschlissen. Mal abgesehen davon, dass man die 5V der CPU nicht für LED-Moddings anzapfen sollte.

Hmmm, schon viel zu viel für einen kurzen Eintag geschrieben. Ich kneife mir mal, alles was danach von Stern, JJP und American Pinball gekommen ist. Ist ja noch jung und die Kinderkrankheiten sollten durch sein.

Also Augenauf beim Flipperkauf. Wenn ihr als Laie privat kauft, nehmt euch jemanden mit der Erfahrung hat um kein Ü-Ei zu kaufen.

Bevor es Untergeht. Jedem ist klar, wenn er zum Beispiel die Leistung seines Autos verändert, es tiefer legt, die Länge verändert oder was aus immer, muss es abgenommen werden. Eventuell braucht er eine Neuabnahme. Kaum einer würde mit so einem Auto eine Anzeige riskieren.

Beim Flipper ist es grundsätzlich genauso. Hier mal ein Auszug aus „Prüfung ortsfester und ortsveränderlicher Geräte“ von Klaus Bödeker. Bezieht sich auf die Betriebssicherheitsverordnung (DIN VDE 0701-0702).

Quell: „Prüfung ortsfester und ortsveränderlicher Geräte“ von Klaus Bödeker